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Longpont


Klosterstadt Longpont

Fast könnte man meinen, die Zeit sei still gestanden. Das herrschaftliche Torhaus mit vier Türmen empfängt einen in einer unberührten Landschaft zwischen endlosen Wäldern und Feldern. Durch das Tor betritt man eine Klosterstadt aus zahlreichen älteren Gebäuden. Der Weg führt direkt auf die Klostergebäude zu, die schon zu erkennen sind. Eine hohe stattliche Fassade erhebt sich hinter dem Platz vor der der Klosterkirche, die Klostergebäude daneben mit den für die Zisterzienser so typischen mit großen Bögen gegliederten Mauern, die die Stärke der Gemäuer abfangen. Der Blick wandert über das Portal hinauf zur spitzen Fassade der Kirche. Wie groß und schön sie ist. Ein Glücksfall. So mag die Kirche in Clairvaux oder Cîteaux auch einmal ausgehen haben. Dort blieb nicht einmal ein Stein davon übrig.

 

Doch der Schein trügt. Auch die königliche Abtei Longpont - eine der reichsten in Nordfrankreich - blieb in der französichen Revolution und in der Zeit danach nicht unversehrt. Der Blick reicht durch die zerstörte Rosette ungestört in den Himmel. Einzelne Strebebögen des Langhauses sind noch zu erkennen. Das Portal weist heftige Zerstörungen auf (Einschusslöcher aus dem 1. Weltkrieg?). Ein Blick durch die Ritzen der verschlossenen Türe zeigt den Blick ins Innere der Kirche, die nicht mehr besteht. Leere Mauern führen nach vorne ins Grüne, der Chor ist verschwunden.

 

Seitlich betritt man neben der Fassade den ehemaligen Konversenbau, der einzigen halbwegs erhaltene Teil der Klausur. Unter den Gewölben der früheren Kellergewölbe hat man eine Kapelle eingerichtet. Durch die Fenster schaut man hinaus in den Kreuzgang, oder das was davon noch erhalten ist: links die Seitenwände des Kirchenschiffes, rechts die barocken Bögen des südlichen Kreuzgangflügels vor dem ehemaligen Refektorium (im 1. Welkrieg ausgebrannt), dahinter ein grüner Park. Der Osttrakt fehlt komplett.

Wer mag kann sich gegen ein stattliches Eintrittsgeld durch die Ruinen und das "Schloss" der heutigen Besitzer führen lassen. Ich streife lieber um das Kloster herum, erhasche Blicke durch die Gärten des Klosterdorfes auf die Mauern und Strebepfeiler der Klosterkirche. Eine riesige Kirche muss das gewesen sein mit 105 Metern Länge und 28 Metern hohen Gewölben, fast eine Kathedrale.

 

Hinter dem Kloster befindet sich - wie üblich ein Teich. Die Welt der Zisterzienser hat uns wieder. Etwa zwei Kilometer weiter findet sich ein großer Gutshof - eine ehemalige Grangie des Klosters mit herrlichen alten Wirtschaftsgebäuden in schönster Zisterzienserweise. Der Gutsherr verkauft Wein und landwirtschaftliche Artikel wie früher das Klsoter selbst. Wie gut zu sehen, dass Gewohnheiten sich halten auch im Wandel der Geschichte. Der Ort selbst erzählt weiterhin von seiner Bestimmung, auch wenn die Menschen, die ihn einst erschufen längst nicht mehr sind....

 


Fotos: Achim Fürniss, Juni 2013

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